-Effekt bringt Treffermengen, die ein
Finden der gewünschten Information subjektiv und objektiv behindern.
Deshalb ist
wichtig, so zu handeln, dass unsere Zeit und ihre Zeugnisse nicht gesichtslos
verschwinden. Die Stelen der alten Ägypter, die Tontafeln der Sumerer, die Handschriften
auf Pergament und säurefreiem Papier sind uns bis heute erhalten. Ein einfaches Bespiel
sei hier noch angefügt. Noch werden die Familienfotos auf Fotopapier ausgegeben und so
für die nächsten Generationen aufbewahrt. Der Siegeszug der Digitalkameras wird nicht
aufzuhalten sein. Dann speichern wir unsere Fotos in elektronischen Fotoalben, die
interessante Effekte ermöglichen. Werden wir dann, wenn ein neuer Computer angeschafft
wird, alle Daten übernehmen bzw. übernehmen können?
Diese Themen werden
in letzter Zeit sehr intensiv diskutiert. Die Verantwortung liegt bei jedem Einzelnen, die
elektronischen gespeicherten Daten zu pflegen sowie für die Zukunft zu sichern.
Zu beachten ist
dabei auch, dass durch Dienstleister wie z.B. unsere Firma, an jedem Tag digitale Daten
durch Scan- und OCR-Verfahren produziert werden. Dabei handelt es sich oft um Daten, die
im Sinne eines Kulturgutes eine besondere Stellung einnehmen können.
Die Grundanforderung der Archive und
Bibliotheken, wertvolle Bestände für die Nachwelt aufzubewahren, wurde bisher auch durch
die Mikroverfilmung gewährleistet. Dieses analoge Speichermedium wird seine Bedeutung
auch in Zukunft nicht verlieren. Ein entscheidender Nachteil des Mikrofilms ist jedoch die
vergleichsweise unkomfortable Benutzung. Beim heutigen Stand der Technik wird von den
potentiellen Benutzern vorausgesetzt, dass eine Vielzahl an Informationen in PC-Systemen
zur Verfügung gestellt werden. Mit Recht wird in diesem Zusammenhang auch der Zugang zu
wertvollen kulturhistorischen Dokumenten erwartet. Besonders schwierig gestaltet sich
dieser Prozess, wenn dabei z.B. illuminierte mittelalterliche Handschriften verfügbar
gemacht werden sollen. Hier beginnt nun das Dilemma der Bibliotheken und Archive. Zur
Benutzung das Original bereitstellen eigentlich nein; den Farbmikrofilm, der einmal
hergestellt wurde eventuell ja, aber was, wenn der Nutzer eine Kopie in Farbe
wünscht.
Ein weiterer interessanter Aspekt zeigte sich
bei verschiedenen Projekten, in deren Vorbereitung und Durchführung wir einbezogen sind.
Bestände liegen mehr oder weniger unerschlossen vor. Die Benutzung ist dadurch sehr
eingeschränkt bzw. gar nicht möglich. Konventionelles Aufbereiten solcher Bestände
erfordert viel Zeit und bietet dann auch nur begrenzte Recherchemöglichkeiten. Auf den
Originalbestand wird dann auch weiterhin zugegriffen.
Die Erschließung wertvoller Bestände und
die Sicherung auf Mikrofilm war und ist für uns besondere Herausforderung.
Mit dieser Aufgabenstellung beschäftigen wir
uns seit ca. 2 Jahren. Der Weg war für uns klar:
Digitalisierung in Farbe mit einem
Aufsichtsscansystem, dass den besonderen Anforderung der Bibliotheken und Archive
hinsichtlich der UV- und Wärmebelastung, Scandauer usw. Rechnung tragen sollte.
Erschließung
der gescannten Informationen durch eine wohlüberlegte Indizierung.
Präsentation der Images über eine
internetfähige Software.
Herstellung eines Farbmikrofilms,
der für die Langzeitarchivierung geeignet ist.
Die ersten drei Aufgaben wurden
schrittweise gelöst.
Seit dem letzten
Jahr stehen Farbaufsichtsscanner zur Verfügung, die den genannten Anforderungen genügen
und über ein sicheres Farbmanagementsystem verfügen. Wir haben uns für einen Scanner
der Firma Homrich
steht als modulares System für die Präsentation von Katalogen und Sammlungen zur
Verfügung. Die leichte Bedienbarkeit wurde mit komfortablen Suchmöglichkeiten kombiniert
und ergänzt. Alle Programmelemente sind auf den Nutzer ausgerichtet. Er kann
unkompliziert recherchieren sowie bestellen und auf Wunsch auch einen hochwertigen
Ausdruck vom Farbimage erhalten. Bestandteil dieser Software ist ein Administratormodul.
Mit diesem Tool kann zu einem späteren Zeitpunkt der digitalisierte Bestand bearbeitet
werden. So können neue Strukturen angelegt werden, eine projektbezogene Verschlagwortung
durchgeführt, Hyperlinks erstellt werden usw.. Die aktive Bearbeitung der Bestände ist
damit zu jedem Zeitpunkt möglich.
Es blieb also nur die
Langzeitsicherung der sensiblen Materialien auf Farbmikrofilm im Sinne des
Kulturgutschutzes. Bei der Suche nach geeigneten Verfahren ergab sich ein technischer
Ansatzpunkt im Kinobereich.
Für die Ausgabe digitalisierter
Spielfilme auf normalen Kinofilm wurde eine hocheffektive Technologien entwickelt, die den
ökonomischen Anforderungen der Kinoindustrie voll entsprach. Mittels eines 3-Farbenlasers
werden die Farbimages auf perforierten Farbfilm ausgegeben.
Diese Technologie haben wir im
Rahmen des Fontane-Projektes ausgetestet. Die Testergebnisse sind
vielversprechend hinsichtlich Auflösung und Farbtreue. Die Ausgabe erfolgte vorerst auf
den normalen Kinofilm. In einem nachfolgendem Schritt wird dieser Kinofilm auf den
langzeitarchivierungsfähigen Farbfilm umkopiert. Für die Langzeitsicherung bewährte
sich in den vergangenen Jahren ein Spezialfilm, der mit diesem Gerät noch nicht direkt
belichtet wurde. Die dafür erforderlichen Tests werden jetzt vorbereitet. Wir gehen davon
aus, dass die ersten verbindlichen Aussagen bis zum Februar 2003 vorliegen werden. Alle
beteiligten Firmen und Einrichtungen gehen von einem positivem Ergebnis aus.
Dieser innovative Verfahrensablauf
bietet Bibliotheken und Archiven neue Möglichkeiten, wertvolle Bestände dem Nutzer
zugänglich zu machen und auf analogen Speichermedien zu sichern.
Für weitere Informationen stehen
wir gern zur Verfügung. Sie erreichen uns
Tel.:
0049
30 9355 4800